Gemeinsam in die Zukunft

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Gemeinsam in die Zukunft

Krankenhäuser schließen immer häufiger Kooperationsverträge mit Medizintechnikunternehmen ab. Dadurch sichern sie sich ein hohes Technologieniveau, ohne hohe Anfangsinvestitionen tätigen zu müssen. Über den Erfolg einer solchen Zusammenarbeit bestimmt aber vor allem eine gute Kommunikation

Von Harald Czycholl

Ob orthopädische Implantate zum Gelenk-Ersatz, oder Trauma-Implantate bei Frakturen und Unfällen: Wenn Patienten eine Prothese benötigen, besteht immer ein Infektionsrisiko. Solche Protheseninfektionen sind unter Medizinern gefürchtet, weil sie im schlimmsten Fall zu einer Amputation führen können. Abhilfe verspricht eine vom Nürnberger Medizintechnik-Unternehmens Bio-Gate entwickelte antivirale und antimikrobielle Implantatsbeschichtung namens HyProtect, die am Universitätsklinikum Regensburg zum Einsatz kommt. „Die Beschichtung hat im klinischen Alltag zu einer bislang noch nicht existierenden Möglichkeit geführt, auch bei komplexen Infektsituationen etwa durch multiresistente Keime eine Infektbeherrschung zu erzielen“, sagt Professor Volker Alt, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie an der Uniklinik Regensburg. Im Zuge einer seit langem bestehenden wissenschaftlichen Kooperation werde der Wert und die Bedeutung der HyProtect-Beschichtung bei unfallchirurgischen und orthopädischen Implantaten in klinischen Studien untersucht.

„Wir adressieren mit unserer HyProtect- Technologie das weltweite Problem der steigenden Antibiotikaresistenzen von Keimen“, sagt Bio-Gate CEO Marc Lloret-Grau. Bei der Entwicklung hätten enge Kooperationen mit Kliniken eine wichtige Rolle gespielt. Hierbei gehe es nicht nur um die Innovationen und die neuen Entwicklungen, sondern auch um den regen Austausch zwischen den Anwendern in der Klinik und dem Hersteller der Medizinprodukte. „Durch frühzeitiges Einbeziehen aller beteiligten Bereiche können wichtige Erkenntnisse in den Innovationsprozess von der Entwicklung bis zur Markteinführung mit einfließen“, so Lloret-Grau. Zugleich könnten durch diese Zusammenarbeit und gemeinsame Studien auch wichtige Informationen und Daten für eine Zulassung generiert werden.

Die Zusammenarbeit mit Medizintechnikunternehmen bietet Krankenhausbetreibern die Möglichkeit, sich gezielt Innovationen ins Haus zu holen. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger, in die Daten der 500 größten deutschen Krankenhäuser eingeflossen sind, setzen mittlerweile 70 Prozent der Krankenhäuser auf entsprechende Partnerschaften. Denn die Kliniken seien gefordert, in innovative Lösungen für ihre Patienten zu investieren, da sie sonst ihre Zukunftsfähigkeit riskieren, sagt Roland Berger-Partner Oliver Rong. „Vor allem beim Thema Digitalisierung der Krankenversorgung sind Investitionen unverzichtbar.“

Kooperationen zwischen Kliniken und der Industrie seien nie wichtiger gewesen als in der derzeitigen Situation, sagt Djordje Nikolic, Gründer und Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft consus clinicmanagement. „Kliniken benötigen schon lange keine alleinstehenden Produkte oder Geräte, sondern integrierte Lösungen bestehend aus Technologie und IT-Plattform sowie die Expertise und Beratungsleistung des Industriepartners.“ Großer Vorteil solcher Kooperationen sei die Sicherung eines hohen Technologieniveaus, ohne dass Anfangsinvestitionen erforderlich seien. Hinzu kommt eine Erprobung von Innovationen im Krankenhausalltag, wodurch „die Sicherheit der Medizinprodukte sichergestellt wird“, ergänzt Bio-Gate CEO Lloret-Grau.

Insgesamt würden die Industriepartner vor allem deshalb von einer Technologiepartnerschaft profitieren, weil sie die Krankenhäuser über mehrere Jahre an sich binden, erläutert Nikolic. „Die Technologiepartnerschaft kann individuell und projektbezogen für die Klinken ausgestaltet werden. Das macht sie auch so attraktiv.“ Je nach Bedarf könne sich die Partnerschaft beispielsweise nur auf eine spezielle Gerätegruppe wie Ultraschallgeräte beziehen oder auch die gesamte Bildgebung in einer Klinik berücksichtigen. „Kliniken können sich diese Kooperation nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen“, so der Experte. „Grundsätzlich geht es darum, dass die Kliniken die notwendige Technik nicht mehr selbst beschaffen und bewirtschaften, sondern diese innerhalb einer Kooperation vom Industriepartner zu Verfügung gestellt bekommen, betreiben, aber auch austauschen lassen können.“ Aus dem zur Verfügung gestellten Baukasten könne das individuelle bedarfsgerechte Modell gewählt werden, von Bereitstellung von Geräten, Bewirtschaftung, Betrieb inklusive Personaleinsatz über Finanzierung und Versicherung bis hin zu Austausch und Erneuerung.

Großer Vorteil einer solchen Zusammenarbeit ist aus Sicht der Kliniken, dass ein veralteter Gerätebestand auf einen Schlag ersetzt werden kann, ohne dafür auf einen Schlag viel Geld in die Hand nehmen zu müssen. Stattdessen hat die Klinik planbare Zahlungsraten über die Vertragslaufzeit hinweg. Nachteil ist, dass es so über die gesamte Vertragslaufzeit betrachtet teurer wird im Vergleich zu einem Kaufvertrag mit Eigenfinanzierung. Doch das gilt natürlich nur, wenn die Klinik dazu in der Lage wäre, die Investitionssumme aus den eigenen Rücklagen zu stemmen, was in den seltensten Fällen möglich ist. Daher entscheiden sich immer mehr Kliniken dafür, Partnerschaften mit Medizintechnikunternehmen einzugehen.

„Eine moderne Medizintechnik macht die Klinik auch attraktiver für Mediziner, Zuweiser und Patienten“, hebt consus-Geschäftsführer Nikolic hervor. Zugleich könne die medizinische Qualität durch einen einheitlichen Gerätepark gesteigert werden, da dadurch die Bedienung durch das medizinische Personal vereinfacht und damit die Fehlerrate reduziert werde. „Zudem vereinfacht ein Ansprechpartner für den Service und die Bewirtschaftung die Abläufe und beschleunigt den Serviceprozess“, so Nikolic. Nachteile sei dagegen, dass Kliniken sich dadurch in eine langjährige Abhängigkeit von einem Industriepartner begeben würden und keinen direkten Zugriff mehr auf den Markt hätten. Die Innovationen und Technologien anderer Unternehmen könnten dann für mehrere Jahre nicht mehr in Anspruch genommen werden.

Doch das wird durch eine bedarfsgerechte, individuelle Planung kompensiert. „Bei Entwicklungsprojekten kooperieren wir mit Kliniken und unseren Partnern durch Austausch von Informationen, regelmäßigen Trainings und die Durchführung von klinischen Studien“, berichtet Bio-Gate CEO Lloret-Grau aus der Praxis. „Die Kooperationen basieren auf vertraglichen Vereinbarungen, in denen die Leistungen der jeweiligen Projekte geregelt sind.“ Mindestens genauso wichtig wie ein wasserdichtes Vertragswerk ist es aber, regelmäßig miteinander zu sprechen. „Unabdingbar für eine gute Kooperation ist die regelmäßige Kommunikation und Einbindung der Ansprechpartner“, betont Klinikexperte Nikolic. „Die Bedarfsbestimmung der Klinik entsteht aus der medizinischen Struktur und Strategie und den Anforderungen der Anwender, also den Ärzten und dem Pflegepersonal.“

Und sie richtet sich natürlich auch an den aktuellen Gegebenheiten aus. So ist die HyProtect-Technologie von Bio-Gate im Krankenhausalltag längst nicht nur mit Blick auf die Beschichtung von Implantaten wichtig. Auch Oberflächen in hygienesensitiven Bereichen lassen sich damit antiviral und antimikrobiell ausstatten. „Wir konnten durch Studien in Kliniken zeigen, dass mithilfe unserer Technologien zum Beispiel die Keimanzahl auf Stühlen in Wartezimmern über den Tag hinweg deutlich reduziert wurde“, erklärt Lloret-Grau. „Dies verbessert die Hygiene auch zwischen den Desinfektionszyklen.“ Und ein großes Plus in Corona-Zeiten ist es allemal.

Quelle: FAZ vom 19.03.2021

Unser Ziel war es von Beginn an, Beratungsangebote zu schaffen, die wir uns in unserer aktiven Klinik-Zeit selber gewünscht hätten und die es bisher nicht gab. Dieses Ziel haben wir erreicht.

Dr. med. Djordje Nikolic, Geschäftsführer

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